Caro wird fit!

Shut up and squat!

Ironman

6.45 Uhr am Sonntagmorgen. Die Sonne brennt. Die Fankurve rennt. Zum Start des Ironman 2013 am Langener Waldsee. Cousin klein ist schon längst im Wasser und schwimmt was das Zeug hält. Cousin groß schwimmt sich wahrscheinlich gerade noch ein, während wir Vollgas geben, um zumindest den Start der Altersklassenathleten nicht zu verpassen. Cousin klein ist längst im Wasser, er startet mit den Profiathleten. Das ist jedes Jahr ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Eben sieht man noch hunderte Schwimmkappenköpfe aus dem Wasser schauen, dann der Knall und schon verwandelt sich der sonst eher ruhige Waldsee und ein tobendes Gewässer. Erzählungen nach soll es da ziemlich genau so zugehen wo es vom Rand betrachtet aussieht – wild. Es wird geschwommen, gekämpft, getreten, geschlagen. Zimperlich darf man da nicht sein. Aber wer sich für einen Ironman anmeldet hat mit Sicherheit schon längst jede Form von Mimimi weit hinter sich gelassen. Es ist ja nicht so, dass man nicht schon für das Training allein verdammt leidensfähig sein muss.

Wir haben es natürlich noch rechtzeit geschafft und können dann entspannt an den Punkt laufen, an dem die Athleten aus dem Wasser kommen. Hier ergattern wir noch einen recht guten Platz, weit vorne an der Absperrung. Beste Chancen also die beiden Herren zu bejubeln, wenn sie aus dem Wasser kommen. Nervig ist nur das Gedrücke und Geschiebe von hinten und der Hobbysportfotograf ohne Media-Schildchen, der glaubt meine Schulter als Kamerastütze nutzen zu können.

Bei 54:05 kommt Cousin klein aus dem Wasser, winkt, lächelt noch, Scheint alles gut zu laufen. Cousin groß schafft die 3,8km Schwimmstrecke in 1:14:43 und schaut, wie die meisten der Athleten starr geradeaus. Wir sind nicht sicher, ob er unser Gejubel und Gebrülle gehört hat, muss aber auch nicht, Hauptsache wir waren da 🙂

Auf die Radstrecke fahren wir nicht sondern direkt in Stadt. Vorher besprühen wir aber noch unser Laken für die Laufstrecke und trinken einen Kaffee. Ich könnte jetzt schon wieder schlafen gehen und denke an alle die Menschen, die jetzt auf dem Rad sitzen und sich durch 180km harte Strecke kämpfen. In Frankfurt angekommen bleibt noch genug Zeit für ein Frühstück und einen Gang über die kleine Messe, wo der Mann Barfußschuhe probiert und ich mir das Knie tapen lasse. (Ja, es zickt schon wieder seit dem Samstagstraining). Danach ist es schon höchste Zeit sich ein halbwegs schattiges Plätzchen an der Laufstrecke zu suchen, dass wir auch recht schnell gefunden haben. Mittlerweile ist es so heiss, dass mir jeder einzelne leid tut, der an uns vorbei zieht. So viel kann man doch kaum trinken, wie man da jetzt in sich reinschütten müsste.

Die Zeiten von Cousin klein können wir online gut verfolgen, so dass wir uns immer rechtzeitg zum jubeln versammeln können. Cousin groß macht uns etwas Sorgen, denn seine Zeiten erscheinen irgendwann online, was uns überlegen lässt, ob er wohl irgendwo Schwierigkeiten haben könnte? Während wir Eis essend rätseln, was denn los sein könnte, zieht er an uns vorbei und winkt. Mist! Verpasst! Beim nächsten mal muss das besser klappen… Die letzte Runde läuft Cousin klein noch flotter und kann hier einiges an Zeit aufholen. Nach 9:14:37 erreicht er das Ziel und ist somit Vizeeuropameister in seiner Altersklasse. Jetzt ist Daumendrücken angesagt, dass es in seiner Altersklasse auch tatsächlich die zwei angekündigten Startplätze für Hawaii gibt. Ich würde es ihm so sehr gönnen!

Cousin groß verpassen wir nun nicht mehr. Wir  stehen die nächsten beiden Runden bereit und bejubeln ihn ordentlich. Danach beeilen wir uns über den Eisernen Steg Richtung Zieleinlauf zu kommen, um ihm dort auf den letzten Metern noch zurufen zu können, dass er es jetzt geschafft hat und wie großartig das ist. Danach ist die komplette Viermannfankurve völlig erledigt und froh, dass die beiden es gut geschafft haben.

 

Kurzes Update: Es hat gereicht! Er hat den Startplatz für Hawaii 2013! Ist das nicht großartig?

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2 thoughts on “Ironman 2013

  1. Claudi sagt:

    Super Bericht! Und dass es gereicht hat, ist noch das Allerbeste! Herzlichen Glückwunsch!

    1. Caro sagt:

      Danke, Claudi! Und den Glückwunsch gebe ich natürlich sehr gerne weiter 🙂

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