Caro wird fit!

Shut up and squat!

Da schwebt er, der Satz. Er schwebt so vor mir her. Ich weiss nicht recht, was ich damit anfangen soll. Er lässt mich da mit einem riesigen blubbernden Fragezeichen stehen. Wenn jetzt mal irgendjemand behauptet hätte, dass er oder vielleicht sogar ich gegen „Crossfit Starke Jungs und Mädels“* antreten möchte, würde ich ihn immer noch befremdlich finden, aber nicht halb so irritierend wie jetzt.

Um einen Vergleich zu einer anderen Sportart zu finden: Stellt euch vor, jemand trainiert für seinen ersten Triathlon. Er hat, neben einem harten Job, einen Sport gefunden, der ihm sehr viel Spaß macht. Etwas woran sein Herz hängt, das ihm gut tut. Der Hobbysportler kauft sich vielleicht sein erstes Rennrad im Leben. Er ist zufrieden mit seinen Leistungen. Er läuft ganz erfolgreich. Tritt unter Umständen sogar einem Verein bei oder trainiert mit Freunden. Er findet natürlich auch immer wieder etwas, das er an sich verbessern möchte. Er setzt sich selbst neue Ziele, erreicht sie oder übertrifft sie sogar. Ja klar, manchmal macht er Rückschritte, aber er ist grundsätzlich mit sich, mit seinem Sport und seinen Leistungen mehr als zufrieden. Voller Stolz erzählt er, dass er seinen ersten kleinen Triathlon absolvieren wird. Eine beachtliche Leistung. Dann folgt der Satz: „Gegen die Ironman-Spitzenelite hast Du keine Chance!“. Da kann unser Hobbysportler doch nur völlig verwirrt zurück bleiben… Was soll ihm dieser Satz sagen? Und was sagt das erst über denjenigen aus, der so etwas von sich gibt?

Keine Frage, Crossfit Starke Jungs und Mädels*  ist allererste Sahne, ungefähr vergleichbar mit den Leuten, die bei einem Ironman auf den vorderen Plätzen zu finden sind. Da spielen einige Spitzenathleten mit Medizinbällen Tischtennis im Vergleich zu meinen Leistungen und einem Teil derer, die mit mir trainieren. Ein paar von Ihnen kenne ich persönlich. Großartige Sportler, Crossfitter, wie sie im Bilderbuch stehen. Genau die Sorte, denen man beim Workout fassungslos zusieht und darüber staunt, wie stark, wie schnell und gleichzeitig auf dem Boden geblieben sie sind. Das sind Menschen, die nie auf die Idee kämen zu sagen: „Gegen mich hast Du keine Chance, Schätzchen!“. Weil sich Ihnen dieses Thema gar nicht anbieten würde. Und genau deswegen stellen sich mir hier so viele Fragen. Wer macht denn hier eine Competition auf, bei der es darum geht, dass Box A die bessere ist?  Wer sagt denn, dass ich gegen Hulk Hogan persönlich antreten will? Und wer in aller Welt gibt Dir eigentlich das recht dazu, über mich und andere zu urteilen?  Ihr merkt schon, solche Aussagen machen mich wirklich grantig. Verärgert bin ich vor allen Dingen, weil ich jeden Tag nur gegen und mit einer einzigen Person antrete – Caro. Ich bin’s, die Hobbysportlerin. Ich bin diejenige, die den Volkstriathlon mitlaufen würde. Ich bin diejenige, die sich kleine Ziele setzt und vor Stolz fast platzt, wenn sie diese erreicht. Ich würde nie auf die Idee kommen gegen die Nummer eins der deutschen Triathletinnen antreten zu wollen. Die einzige, der ich etwas beweisen muss, sehe ich täglich im Spiegel. Da steht meine größte Kritikerin und meine größte Motivation besser zu werden.

Jetzt versteht mich nicht falsch, ich messe mich gerne. Ich schaue mich immer gerne nach jemandem um, der das entscheidende Stück besser ist als ich. Durchaus auch mal dann, wenn ich weiss, dass ich eine Menge investieren muss, um da hinzukommen. Ich lasse mich gerne von den tollen Leistungen anderer dazu anspornen auch dieses Leistungsniveau zu erreichen und dafür hart zu trainieren. Aber ich lasse mich von niemandem in einen Wettbwerb schicken, den nie jemand ausgerufen hat. Ich mache Sport, weil ich ihn liebe, liebe, liebe! Wer glaubt, dass es bei unserem Sport nur darum gehen kann, besser als Crossfit Starke Jungs und Mädels* zu werden, der hat etwas grundlegendes nicht verstanden:

motivation-5

*Name von der Redaktion geändert

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7 thoughts on “Gegen „Crossfit Starke Jungs und Mädels“* habt ihr keine Chance!

  1. Edith Rudi sagt:

    Ich finde Deine Leistung fantastisch,Deinen starken Willen grandios , weiter so

  2. Claudi sagt:

    Liebe Caro,
    der Blog wird tiefsinnig. Das gefällt mir. Obwohl ich eine Hobbytriathletin bin, die niemals auch nur ansatzweise mit den Profis mithalten können wird. Aber Du glaubst es nicht, auch ich durfte mir schon anhören, warum ich überhaupt trainiere, wenn ich es doch sowieso nicht schaffe den Triathlon zu gewinnen… das würde sich ja nämlich gar nicht lohnen. 😉 Ich musste das „drüber stehen“ allerdings erst lernen… das war nicht so einfach, wie schwimmen, Rad fahren und laufen.
    Viele Grüße & bleib so fleißig wie Du bist… und vergiss nicht, woher wir alle kommen… Claudi

    1. Caro sagt:

      Liebe Claudi, es freut mich sehr, dass Dir mein Post gefällt!
      Für mich darf ja jeder sein Einstellung haben. Aber andere Meinungen gilt es eben auch zu respektieren.
      Als ob sich Sport nur lohnen würde, wenn man gegen jemanden gewinnen kann. Man gewinnt doch immer – für sich selbst.
      Umso besser, dass Du da drüber stehen kannst. Ich kann es noch nicht immer, wie Du siehst. 🙂
      Liebe Grüße,
      Caro

  3. Michael sagt:

    Hallo,
    Sport ist vor allem wichtig für das eigene Wohlbefinden. Ein gesunder Ehrgeiz ist natürlich wichtig, aber warum muss immer jeder der Beste sein?
    Es gibt doch nichts besseres, als seine Grenzen auszuloten und auch ab und zu mal mehr zu erreichen, als man selbst von sich gedacht hat.
    Das gilt auch für Hobbysportler, die im Wettkampf sind. Siege sind nicht alles.

    Gruß
    Michael

    1. Caro sagt:

      Hallo Michael,
      da hast Du absolut recht! Und willkommen auf meinem Blog 🙂
      Viele Grüße,
      Caro

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