Caro wird fit!

Shut up and squat!

Wer jetzt glaubt man habe im direkten Frankfurter Umland eine Tough-Mudder Strecke auffinden können der irrt. Tatsächlich verstand man unter „Rhein-Main“ noch eine gute Stunde Fahrt von Frankfurt aus gesehen. Aber hübsch war es dort allemal. Auf dem Hofgut Luisenlust im kleinen Örtchen Ortenberg befand sich der Startplatz, über den sonst Polopferde mitsamt Reiter galoppieren. An dieser Stelle übrigens herzliche Grüße an all die Frischvermählten und Silberhochzeitler, über deren Hochzeitsdaten man neben den Ortsschildern über die Herzchenpost aufgeklärt wurde. Nächstes Jahr kommen 2000 gut informierte und bestens vorbereitete Tough Mudder zu euren Polterabenden 🙂
Nach der recht kurzweiliggen Fahrt wurden wir auf eine Weide geleitet, die an diesem Tag als Parkplatz diente. Nach einer 1a Einweisung landeten wir direkt neben Ariane aus dem Core Sportclub und ihren beiden Mitstreitern, die alle drei für „Athletes for Charity“ starteten.

Da ich es besser nicht hätte schreiben können, findet ihr anbei den Text, den Marco als einer der Mitbegründer von Athletes for Charity für eine Website erstellt hat:

„Die „Athletes for Charity“ sind eine gemeinnützige Initiative. Sie besteht aus einer von Gruppe von Sportlern, die durch ihr sportliches und soziales Engagement Spenden für krebskranke Kinder sammeln. Die gesammelten Spenden kommen ohne Abzüge in voller Höhe dem Waldpiratencamp in Heidelberg zugute. Dies ist eine Einrichtung der Deutschen Kinderkrebsstiftung. Die Schirmherrschaft für das Athletes for Charity Projekt wurde vom Bürgermeister der Stadt Lampertheim übernommen.

Die Initialzündung für dieses Projekt ergab sich durch die Krebserkrankung eines der Gründungsmitglieder des Teams. Im Übrigen war der Wunsch groß, eine neuartige Alternative zu etablierten Spendenorganisationen zu schaffen. Das Neuartige bei den Athletes for Charity besteht zum einen darin, dass es nicht ausschließlich um das Sammeln von Geldspenden für den guten Zweck geht. Man kann sich nämlich auch ohne eine Geldspende an dem Projekt beteiligen. „Nichts ist stärker als eine Idee, für die die Zeit gekommen ist“, erkannte schon der französische Schriftsteller Viktor Hugo. Dementsprechend haben bereits einige Leute mit tollen Ideen über die Athletes for Charity als Verbindungsstelle den guten Zweck gefördert: Friseure, die den Kindern im Camp die Haare schneiden und Kinderschminken veranstalten, Musiker, die zugunsten der Kinder auftreten und Profisportler, die z.B. ihr signiertes Werk für eine Charity Auktion zur Verfügung stellen. Das darüber hinaus neuartige an dem Projekt besteht in dem besonderen persönlichen Einsatz des Athletes for Charity Teams und vieler Supporter. Durch die Teilnahme an Extremsportveranstaltungen möchten wir krebskranke Kinder und deren Angehörige motivieren, den Kampf gegen den Krebs nicht aufzugeben.

Indem wir Spenden für Betroffene sammeln und uns bemühen, auch in extremen Situationen ein Lächeln zu bewahren, möchten wir etwas Freude in das Leben all derer bringen, für die wir kämpfen.“

Man sieht schon auf dem ersten Foto von den Dreien, dass sie sich riesig auf ihren Start freuen.

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An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ihr auch selbst beitragen könnt. Mit tollen Ideen und natürlich auch mit einer Geldspende. Wie genau, könnt ihr hier nachlesen.

Unser Dreierforschungstrupp, bestehend aus dem Gatten, der Ponybesitzerin und mir, machte sich nun schonmal auf den Weg zum Shuttlebus, zusammen mit Wonderwoman, Batman, Superman und vielen anderen Superhelden.
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Im Muddervillage angekommen testete der Gatte gleich mal, wie es denn ums Startwandhüpfen bestellt ist. Für die Mudderneulinge: Wer starten will, muss erstmal über eine Holzwand rüber. Das erste Hindernis sozusagen. Ich hingegen dachte nur an entwürdigende Schiebe- und Ziehaktionen um mich da rüber zu schaffen. Und beschloss zu diesem Zeitpunkt nicht zu testen. Einmal zum Ei machen reicht und so lange ist es ja nicht mehr hin.

Danach schauten wir uns das Warm Up an und ich wähnte für eine kurze Schrecksekunde den Coach in unmittelbarer Nähe, als jemand laut „Buuuuuuuuuuuuurpeeeeeeeeeees!!!“ in ein Mikro brüllte. Es ist aber nur der Anheizer, der dafür sorgt, dass alle Starter ordentlich aufgewärmt über die Holzwand klettern. Mit Ariane vereinbare ich, dass ich auf jeden Fall ein Foto davon machen, wie sie drüber klettern. Und wie so oft…als ich mich endlich durchgekämpft hatte, waren alle drei schon wohlbehalten auf der anderen Seite angekommen. Und auf das Foto, dass ich anschließend aus der Startposition machte, schafft es tatsächlich auch noch mein Daumen.

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Auf der Suche nach besseren Fotochancen machten wir uns auf den Weg zum ersten großen Hindernis „Arctic Enema“. Bedeutet: Wasser, Eis, Wasser und noch mehr Eis. Kalt, soooooooo kalt! Wir haben hier gestandene Männer wimmern hören. Kurz nach „Arctic Enema“ geht es erstmal bergab in Richtung Wald. Der Darwin-Award des Tages ging dabei an alle, die mit tiefgefrosteten Muskeln hier runterschliddern wollten. Das ist der Moment in dem ich ernsthaft über Trailrunning-Schuhe nachdachte. Ob ich sowas wohl brauchen werde?

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Unser Athletenteam schien das nicht so sehr zu beschäftigen. Rein in die Kälte, raus aus der Kälte, jubeln, weiterlaufen. Uns lassen sie jedenfalls staunend zurück. Während sie weiterlaufen beschäftigen wir uns schon einmal intensiv mit dem nächsten Hindernis, also zumindest mit dem nächsten für uns sichtbaren. Wir haben alle drei dicken Muskelkater und keine große Lust durch den Wald zu kraxeln um die Hindernisse dort anzusehen. Da lassen wir uns dann überraschen. Direkt neben „Arctic Enema“ befindet sich „Balls to the Wall“. Das sagt schon einiges oder? Hier geht es darum sich über eine Holzwand zu schwingen, wer Kräfte sparen will, bleibt mit dem Körper dabei möglichst nah an der Wand.

Die Herrschaften auf dem Foto machten das alle ziemlich richtig, meiner Meinung nach. Den allerersten Läufer hat aber herzlich wenig interessiert, was man macht und was nicht. Er hat sich mal eben im 90° Grad Winkel zur Wand nach oben gezogen, sprang auf der anderen Seite runter und rannte weiter. Nach ihm kam dann erstmal nichts. Ganz lange nicht. Erst etwa 15 Minuten später haben sich die nächsten Läufer blicken lassen und den Abstand bis zur nächsten größeren Gruppe habe ich gar nicht mehr gemessen.
Auf dem Weg zum nächsten, gut erreichbaren Hindernis stimmt mich das etwas nachdenklich. Es geht beim Tough Mudder nicht um Zeit, sondern darum den Parcour zu schaffen, gemeinsam. Man hilft sich gegenseitig. Man hat zusammen Spaß. Man teilt das Leid und die Freude.
Der junge Mann, der da so vorneweg sprintet, hat ganz sicher niemandem geholfen. Wie auch, wenn alle anderen noch mindestens 15 Minuten Abstand zu ihm haben. Und das lässt mich hin- und hergerissen zwischen „Wow, ist der schnell!“ und „Wäre er nicht woanders besser aufgehoben?“ zurück.

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Nach einem kurzen Spaziergang erwartete uns bei „Hanging Tough“ ein besonderer Spaß. Bei diesem Hindernis schwingt man sich von Ring zu Ring und versucht die andere Seite zu erreichen ohne ins Wasser zu fallen. Ich bin mir hier fast zu hundert Prozent sicher, dass ich kurz vorm Ziel nochmal ordentlich nass werde. Die Ringe sind nass und glitschig und man ist zu diesem Zeitpunkt ein einziger laufender Matschklumpen. Aber das bisschen Wasser macht dann auch nichts mehr aus.
Einige schafften es allerdings extrem wendig, mit ordentlich Schwung, dreifachem Salto am letzten Ring und einem Lächeln im Gesicht übers Wasser. Irgendwann bin ich vielleicht auch mal soweit. Bis dahin übe ich mich möglichst elegant und verletzungsfrei fallen zu lassen und außerdem Mund und Nase zu verschließen. Mal sehen wo das nächste Schwimmbad mit Sprungtürmen ist.

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Auf dem Weg zurück ins Mudder Village bewunderten wir den fein getrimmten Polorasen, wurden von Bremsen verfolgt und sahen die Nummer 1 bereits bei der ausgiebigen Säuberung. Dort angekommen hatten wir erstmal Hunger. Eigentlich hatten wir schon vor Stunden alle Hunger, hofften aber insgeheim, dass sich das Nahrungsangebot in unserer Abwesenheit auf wundersame Art und Weise verändert hätte. Hat es nicht. Dazu aber in einem anderen Post noch mehr.

Vom Muddervillage aus liessen sich sehr bequem die beiden letzten Hindernisse erreichen. Wir interessierten uns aber ganz besonders für „Everest“. Die letzte schlimme Hürde auf dem Weg zum Tough Mudder. Ich habe großen Respekt vor diesem Hindernis.Und für Rhein-Main lies man sich zusätzlich einfallen, dass man doch die Anlaufstrecke auch noch bergauf verlaufen lassen könnte. Warum auch nicht? Reicht ja nicht, dass man fast 18km und diverse Hindernisse in den Beinen hat.
Immerhin wurde sich hier ordentlich geholfen und auch die, die es vier, fünf oder gar zehnmal versuchen wurden richtig angefeuert. Wie ihr auf dem Foto sehen könnt, gibt es zudem noch verschiedene Techniken zu helfen. Manche zogen ihre Teammitglieder an den Armen nach oben, manche liessen den Unterkörper als Kraxelhilfe nach unten hängen. Das muss richtig heftig ziehen. Meinen Respekt vor so viel Teamgeist!

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Für manche war aber selbst das ein Klacks. Die beiden Jungs auf dem nächsten Bild haben erstmal noch ein paar Push Ups zur Entspannung gemacht, bevor sie sich noch die Elektroschocks zum Abschluss gegönnt haben.

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Auch das Athletes for Charity Team schafft es da durch, erhält das orange Tough Mudder Stirnband und hat jetzt wohlverdienten Feierabend.
Es hat großen Spaß gemacht zuzusehen, wie ihr euch für eine gute Sache durch diesen Extremlauf gekämpft habt! Ich freue mich schon darauf euch bei anderen Veranstaltungen zu sehen.

Durch ihren unermüdlichen Einsatz, das Sammeln von Spenden und die Teilnahme an solchen Events, um auf ihre Sache aufmerskam zu machen, haben die Athletes for Charity erst kürzlich zwei kleinen Mädchen eine Reise ermöglichen können, an der sie ohne deren Hilfe so nicht mehr hätten teilnehmen können. Hier wird Sport, Ehrgeiz und Spaß verbunden mit sozialem Engagement zu etwas Wunderbarem. Ich bin überzeugt von der Idee die dahinter steckt und begeistert von der Umsetzung. Jeder der helfen will ist an dieser Stelle herzlich eingeladen. Bitte schaut euch unbedingt die Seite an!

P.S.: Der ein oder andere wird sich fragen, was das Bilderchaos hier denn soll. Aufgeräumt wird heute Abend, dann gibts auch alles nochmal in hübsch.

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6 thoughts on “Tough Mudder Rhein-Main

  1. Marco sagt:

    Hi Caro, das ist ein wirklich schöner Bericht! Meiner Meinung nach bist Du jetzt schon ziemlich fit, weshalb ich mich frage, ob der Blog nicht besser „Caro wird immer fitter“ tituliert werden sollte 😉 Herzliche Glückwünsche zum Finish beim Tough Mudder an Dich und die anderen Teilnehmer!! Und vielen lieben Dank für Deinen Support für „Athletes for Charity“!!! Marco

    1. Caro sagt:

      Hi Marco, freut mich, dass Dir der Bericht gefällt und sehr gerne Geschehen!
      Dieses Wochenende waren wir allerdings nur Zuschauer. Bis zu „Caro wird immer fitter“ ist es noch etwas hin :-). Im September heisst es dann Daumen drücken, wenn wir an den Start gehen. Caro

  2. Claudi sagt:

    Hey Caro, Du hast Dir also gar nicht alle Hindernisse angeschaut, damit Du im September dann richtig überrascht wirst… das ist Kampfgeist! Du wirst sehr viel Spaß haben… viele Grüße, Claudi

    1. Caro sagt:

      Hi Claudi, klar werden wir das. Etwas Überraschung muss sein. da meine liebe Teamkollegin aber seit Monaten intensive Internetrecherche betreibt, kennt sie die Tücke eines jeden Hindernis inzwischen auswendig. Ich laufe ihr einfach barv hinterher, dann wird das schon 🙂
      Liebe Grüße,
      Caro

  3. Ariane sagt:

    WUHUU! Cooler Beitrag und super Rennen! 😀 Danke auch für deinen Support von A4C!!
    Meine Teamkollegen + (dem-leider-noch-17-und-deshalb-nicht-tough-mudder-erlaubten) Mark, werden in Hamburg(?) beim Tough Mudder erneut starten! (Im Oktober) Ich bin ja [leider] mitten im Himalaya neben Äpfeln und Kühen 😛 Dafür starte ich hoffentlich mit euch im Spartan Race! Und dann machen wir zusammen Braveheart Battle 2015!! Yeaah!
    Lieben Gruß
    Ari
    Ganz wichtig!!: Ich bin auch dafür, dein Blog heißt jetzt Caro wird immer fitter!

    1. Caro sagt:

      Da steht uns aber eine ganze Menge Spaß bevor 🙂 Und vor allen Dingen auch eine Menge Matsch. Von Deinem Vorhaben im Himalaya musst Du mir unbedingt mal erzählen, das liest sich ja sehr spannend! Liebe Grüße, Caro

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