Caro wird fit!

Shut up and squat!

6.30 Uhr am Schwimmbadeingang. Um zu dieser Zeit hier zu stehen, bin ich noch früher aufgestanden als sonst, schließlich liegt dazwischen auch noch eine etwas längere Fahrt. Gestern Abend fand mein Kopf, dass einschlafen noch nicht sein muss und das ziemlich lange. Deswegen bin ich heute müde. Sehr müde. So müde, dass ich gerne meinen Kopf auf den Ironman-Rucksack des Vordermannes legen und weiter schlafen möchte. Er würde das aushalten mit meinem Kopf, da bin ich ganz sicher, so ein Ironman kann ja ’ne Menge ab. Neben dem Rucksackmann stehen noch ganz viele andere Rucksackmänner, alle bereits mit Schwimmbrille und Kappe in der Hand. Als die Tür aufgeht ist das Gedränge groß, die meisten biegen aber direkt zum Eingang ab während ich an der Kasse ordnungsgemäß äußere, dass ich am Aquajogging teilnehmen will. Ich erhalte gegen die Zahlung von 8,-€ eine Eintrittskarte und einen Chip für das Aquajogging, ziehe mich um und beeile mich Richtung Springerbecken zu kommen, wo der Kurs statt finden soll. Laut Plan soll das um 6.30 Uhr sein. Mich verwundert das etwas, weil das Bad erst um 6.30 Uhr öffnet und man sich schlecht bereits in Badekleidung vom Eingang ins Becken beamen kann. So ein paar Maßnahmen gehören ja noch dazu. Umziehen zum Beispiel oder duschen. Am Becken angekommen ist da exakt überhaupt niemand, aber immerhin sind schon mal zwei Boxen mit Gürteln und Hanteln da. Sieht also ganz nach Kurs aus. Dafür ist aber in den anderen Becken die Hölle los. Die Rucksackmänner müssen in Sekundenschnelle noch beim reinlaufen Kappe und Schwimmbrille über den Kopf gezogen und sich ihrer Kleidung entledigt haben. Auf jeden Fall sind alle außer mir schon im Wasser. Nachdem ich eine Weile so rumstehe, beschließe ich mal jemanden anzusprechen und werde informiert, dass der Kurs erst um 7 Uhr anfängt. Das wären dann ganze 30 Minuten Dateverlängerung mit dem Kopfkissen gewesen. Danke für die Information liebe Bäderbetriebe http://www.bbf-frankfurt.de/bbfpublic/kurse_angebote_sonstige.htm.
Also versuche ich mich noch eine Weile mit schwimmen zu beschäftigen, bis mir einfällt, dass ich gar nicht Brustschwimmen darf. Da ich keine Schwimmbrille dabei habe, ist Kraulen für mich auch raus und Rückenschwimmen kann ich und mag ich nicht. So entscheide ich mich einfach zu warten. Der Trainer muss gesehen haben, wie ich da etwas ratlos aus dem Wasser steige und will mir nun schon einmal zu zeigen wie die ganze Sache überhaupt funktioniert.
Sekunden später finde ich mich mit Gürtel ausgestatt im Wasser wieder und will gerne untertauchen. Das ist mir irgendwie alles unangenehm. Komischerweise. Im Normalfall habe ich nämlich gar kein Problem damit, mich beim Sport völlig lächerlich zu machen. Ganz im Gegenteil, ich darf gar kein Problem damit haben, weil ich mich mindestens jede zweite Stunde einmal völlig zum Ei mache. Anders kann ich scheinbar nicht. Ich habe das Chaoten-Gen. In diesem Moment denke ich aber eher: „Hoffentlich sieht mich keiner!“. Das lässt in Runde drei etwas nach und ich fühle mich nicht mehr ganz so blöd. Dazu habe ich auch keine Puste und keinen Platz im Kopf, weil ich versuchen muss, die Bewegung hinzubekommen, ohne mit dem Gesicht im Wasser zu landen. In der Zwischenzeit ist auch ein ältere Dame dazu gekommen und prustet mit mir die Runden durch. So nach und nach fühle ich mich wohler in der Bewegung und nehme den restlichen Schwimmbadbetrieb nicht mehr wahr. Im Grunde ist es auch richtig schön, mein Puls sagt mir ebenfalls, dass ich da gerade ordentliche Arbeit leiste…wenn auch noch etwas unkoordiniert. Dafür werde ich aber angespornt vom lauten „Zack, zack, zack!!!“ des Trainers am Beckenrand. Am Ende muss ich sagen: Ich hatte Spaß. Kann man mal machen, dieses Aquajogging. Zumindest mal solange bis man nicht mehr Rotz und Wasser heulend neben den anderen Kindern stehen will, weil die alle Deadlifts machen dürfen und man selbst nicht mitspielen darf.

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2 thoughts on “Aquajogging, ein Selbstversuch

  1. Claudi sagt:

    Triathleten morgens im Schwimmbad sind einfach göttlich anzusehen. Wer schon morgens verbissen im Wasser trainiert ist eben ganz hart gesotten. 😉 Ich konnte mich bisher dazu noch nicht durchringen. Unnötig zu erwähnen, oder?
    Halte durch Caro… klingt ja schließlich ganz gut.
    Liebe Grüße,
    Claudi

    1. Caro sagt:

      Das waren auf jeden Fall die ganz harten Jungs, das sah man sofort 🙂
      Und da ich mich so deutlich abgehoben habe, hätte auch jeder Fremde sofort erkannt: Schwimmtraining, Schwimmtraining, Schwimmtraining, Aquajogging.
      6.30 Uhr nach mindestens 30 Minuten Fahrt in Ffm ist auch für mich hart an der Grenze, was frühes Aufstehen betrifft, aber ich ziehe es durch.

      Liebe Grüße,
      Caro

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